Blackout und die Bundesregierung

Blackout – Bundesregierung 

Quelle: https://vk.com/ottosteiner

Büro für Technikfolgeabschätzung des deutschen Bundestages 

ZUR BEGRÜNDUNG DER EINRICHTUNG EINER DAUERHAFTEN WISSENSCHAFTLICHEN BERATUNGSKAPAZITÄT FÜR DEN DEUTSCHEN BUNDESTAG
Die Dynamik des technischen Fortschritts ist eine der Grundvoraussetzungen für die wirtschaftliche und soziale Leistungsfähigkeit unseres Landes, für die Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und für die Lösung globaler Menschheitsprobleme. Neue Technologien können aber auch nichtbeabsichtigte und unerwünschte Folgen für Mensch und Natur haben. Der Deutsche Bundestag muss dazu beitragen, Chancen neuer Technologien zu nutzen und Risiken zu vermindern. Dazu gehört sowohl die Gestaltung der Rahmenbedingungen des technischen Fortschritts als auch die Beteiligung am sozialen Dialog. Die politische Debatte über Wissenschaft und Technik soll irrationale Haltungen abbauen sowie Orientierung und Vertrauen stärken. Zur Erfüllung seiner Aufgaben in diesem Bereich bedient sich der Deutsche Bundestag verschiedener Instrumente, wie Enquete-Kommissionen, Anhörungen, wissenschaftlicher Dienst, die sich grundsätzlich bewährt haben. Angesichts der neuen Dimensionen des technisch Machbaren und des steigenden Tempos technologischer Veränderungen hat sich jedoch der Informationsbedarf des Parlaments erhöht. Deshalb ist eine Ergänzung des bestehenden Instrumentariums durch eine kontinuierlich nutzbare Beratungskapazität notwendig.
(Quelle: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Forschung und Technologie, Drs. 11/5489 vom 26. Oktober 1989)

TAB-Studie: „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften durch Stromausfall“

Aufgrund der großen Abhängigkeit nahezu aller Kritischen Infrastrukturen von der Stromversorgung, kommt dem Szenario eines großflächigen und längerfristigen Stromausfalls mit der Folge massiver Versorgungsstörungen, wirtschaftlicher Schäden sowie Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit eine zentrale Bedeutung zu. Die im Jahr 2004 durchgeführte Bund-Länder-Krisenmanagementübung (LÜKEX) hat die problematischen Folgen und Folgenketten sowie die enormen Schwierigkeiten, eine solche Krisen- und Gefahrenlage ohne Vorwarnung in den föderalen Strukturen zu bewältigen, deutlich gemacht.

Laufzeit: 2008 bis 2010

Analyse folgender Gefährdungslagen:

  • Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln (Sektor »Landwirtschaft/ Lebensmittelhandel«)
  • Sicherstellung einer medizinischen und pharmazeutischen Mindestversorgung (Sektor »Gesundheitswesen«)
  • Aufrechterhaltung der (Trink-)Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (Sektor »Wasser und Abwasser«)
  • Gewährleistung angepasster Mobilität bzw. Transportkapazitäten (Sektor »Transport und Verkehr«)
  • Ermöglichung ausreichender Finanzdienstleistungen (Sektor »Finanzdienstleistungen«)
  • Aufrechterhaltung bzw. Wiederaufbau ausreichender Kommunikationswege (Sektor »Informationstechnik und Telekommunikation«)
  • Gewährleistung öffentlicher Sicherheit – Fallbeispiel »Gefängnisse«

Wir sind in keiner Weise vorbereitet auf einen Blackout!

Das Stromnetz ist heute viel instabiler als 2010

Im Jahre 2003 gab es pro Jahr 3 Notsituationen, die gemanagt werden mußten, 2017 waren das 3 kritische Situationen pro Tag in Deutschland.

Weniger Grundlast-Kraftwerke (Atomkraft), die immer Strom liefern, im Unterschied zu Windkraft und Solaranlagen.

Heutige neue Stromfresser seit 2010:

  1. eAutos
  2. Streaming-Dienste (Youtube: 200 Terrabyte Stunden Stromverbrauch)
  3. Bitcoin-Mining

Resumé des Berichtes 2010 der Bundesregierung:

Wie die zuvor dargestellten Ergebnisse haben auch die weiteren Folgenanalysen des TAB gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit (lebens)notwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden. Die Wahrscheinlichkeit eines langandauernden und das Gebiet mehrerer Bundesländer betreffenden Stromausfalls mag gering sein. Träte dieser Fall aber ein, wären die dadurch ausgelösten Folgen selbst durch eine Mobilisierung aller internen und externen Kräfte und Ressourcen nicht »beherrschbar«, allenfalls zu mildern.

Weitere Anstrengungen sind deshalb auf allen Ebenen erforderlich, um die Resilienz der Sektoren Kritischer Infrastrukturen kurz- und mittelfristig zu erhöhen sowie die Kapazitäten des nationalen Systems des Katastrophenmanagements weiter zu optimieren. Im TAB-Bericht sind hierzu Vorschläge zur Diskussion gestellt worden. Der Stromausfall als ein Paradebeispiel für »kaskadierende Schadenswirkungen« sollte deshalb auf der Agenda der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft weiterhin hohe Priorität haben, auch um die Sensibilität für diese Thematik in Wirtschaft und Bevölkerung zu erhöhen. Der vorgelegte TAB-Bericht soll auch hierzu einen Beitrag leisten.

https://www.tab-beim-bundestag.de/de/untersuchungen/u137.html

„Betroffen wären alle kritischen Infrastrukturen, und ein Kollaps der gesamten Gesellschaft wäre kaum zu verhindern.“

 

 

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